Horrorhotel Ringhotel Fährhaus in Bad Bevensen

Auf unserer Rundreise von Stralsund über Brünn, Bratislava, Budapest und andere osteuropäische Städte haben wir in Bad Bevensen in diesem Hotel Halt gemacht. Musste mit meinem Sohn die weiterführende, neue Schule begutachten und somit wurde der Kurort gewählt. Sehr viele Rentner und Menschen die Erholung suchen. Das Hotel ist alteingesessen und befindet sich am Ortseingang des Ortes. Gebucht haben wir eine sogenannte „Garten-Suite“. Beschrieben ist diese mit: „Geräumige Suite mit klassischem Mobiliar, einer Minibar, einem kombinierten Wohn – und Schlafbereich mit einem Flachbild-TV und Gartenblick“.

Bei der Buchung des Zimmers habe ich natürlich angegeben, wie alt mein Sohn ist (11 Jahre alt) und das ein Zusatzbett vorhanden sein muss. Bei Ankunft war keinerlei Bett vorzufinden. Auf Nachfrage sollte dann jemand mit Bett geschickt werden. Dieser kam einfach ins Zimmer (Ohne anzuklopfen) und hatte ein Babybett im Arm. Ich deutete auf den Sohn, er verschwand wieder und hiernach bauten zwei Männer ein größeres Bett auf, dass sich dann als kaputt herausstellte. Hin und wieder kam ein vollkommen unbeteiligter dritter Typ hinzu und ging wieder. Beim vierten Mal stand ein anderes Bett dann endlich. An der Stelle des Bettes musste ein kleines Sofa weggeschoben werden. Darunter Ungeziefer und Scherben.

Auf dies wurde hingewiesen (Sie wollten darauf schon einfach das neue Bett bauen) und es wurde dann auch mit einem „Ach so“ weggesaugt.

Nach solchen Umständen schauten wir uns genauer um. Alle Möbel sind mit den Jahren arg heruntergeranzt (Klassisches Mobiliar, bedeutet wohl: Abgeranzt und verwohnt), es hängen Fremdhaare an den Wänden (Wie auch immer das geschehen kann) und liegen auch im Bad, die Abflüsse sind gelb und auch der Fernseher ist nicht zu benutzen.

Vor dem Zimmer gibt es einen Zugang zum kleinen Garten, in dem so eine kleine Kneipp-Anlage liegt. Also ein Wasserbecken, durch das man watet und den Kreislauf ankurbelt. Darin eine tote Maus oder Ratte. Kein Witz. Und noch schlimmer: Im Restaurant fragte ich dann, ob die Anlage noch genutzt wird. Der Kellner bejahte dies stolz. Daraufhin meinte ich, dass sich darin eine Maus in Verwesungszustand befinde. Der Kellner schien erschrocken und meinte, dass er das sofort melde. Ich schreibe diesen Text einen Tag danach. Die Maus ist noch da. Morgen werde ich diesen Beitrag überall veröffentlichen. Dann schaue ich noch einmal.

In den Garten reicht auch ein Fenster eines Massageraum des Hotels. Das Fenster war weit auf, dass jedermann (Ohne zu glotzen) offen die Frau beobachten konnte, die da massiert wird. Diskretion: Fehlanzeige.

Das Schlimme ist, dass hier sehr alte Menschen wohnen. Die sehen natürlich weniger, sind nicht mehr so achtsam und waten in dieser Kneippanlage zum Beispiel durch das Leichengift. Vielleicht erkenne sie auch gar nicht, dass dies alles überholt und veraltet ist. Kritiken in Bewertungsportalen werden sie auf jeden Fall nicht schreiben. Nun ja.

Beim Frühstück wird kein leerer Teller abgeräumt und natürlich war sogar das Ketchup abgelaufen (Dies ergänzt das katastrophale und unachtsame Bild). Der Rest des Frühstücks war auch eher langliegend angegilbt und getrocknet.

Für das Zimmer und den Aufenthalt bezahle ich im Übrigen 480 Euro. In Anbetracht der Leistung: Wucher. Jetzt ist es um 10:06 und ich habe noch eine Nacht vor mir. Mal schauen, was da noch zusammenkommt. Solche Zustände habe ich echt im tiefsten Osteuropa erwartet, aber nur hier vorgefunden.

13:53. „Bitte nicht stören“-Schild hängt draußen. Einer von den Mitarbeitern (Dieselben, die nicht so gutes Deutsch sprechen und das Bettaufbauen erst nach mehreren Malen hinbekommen haben) klopft trotzdem. Ich verweise ihn auf das Schild. Er geht und spricht mir irgendwas Unfreundliches zu.

14:36 Uhr

Ratte ist endlich weg.

Hier noch einmal alle Mängel in Kurzfassung:

1. Fernseher geht nicht. Im Wohnzimmer gar nicht. Im Schlafzimmer mit ein paar Störungen.

2. Erster Blick auf irgendein Verfallsdatum einer Packung beim Frühstück: Fast einen Monat abgelaufen.

3. Tote Ratte/Maus in einer KneippAnlage, die laut Kellner auch benutzt wird. Auf Hinweis, liegt diese einen Tag später noch da.

4. Dreckiges Zimmer. Ungeziefer, Glasscherben, Haare.

5. Mobiliar abgenutzt. Flecken, Kratzer und so weiter und so fort. Dreckige, kalkige Gläser sind natürlich auch vorzufinden.

6. Staub auf Bildern und dem Mobiliar.

7. Buchung wurde nicht achtsam angenommen: Bett für Kind fehlte.

8. Diskretion: Mitarbeiter kommt ohne zu Klopfen einfach ins Zimmer. Mitarbeiter beachtet „Nicht stören“-Schild nicht. Wenigstens klopft er. Öffentliche Massagen zum Garten hin (Sichtschutz?).

9. Teller werden beim Frühstück nicht abgeräumt.

10. Damit es heißes Wasser in der Dusche gibt, muss man ungelogen das Wasser fast 5 Minuten laufen lassen. Tolle Wasserverschwendung.

11. PreisLeistungsVerhältnis in Anbetracht all dieser Umstände und Makel: Bedenklich und Abzocke.

Nun haben wir es 20:56 Uhr. Ich habe im Restaurant den Chef auf die abgelaufenen Ketchuppackungen aufmerksam gemacht und er schien ehrlich betroffen.

Gleichsam habe ich mal die anderen Bewertungen der letzten Jahre angeschaut und bin auf eine Bewertung gestoßen, die meiner ähnlich ist. Auch dort war eine Ratte in dem Becken, in dem Rentner durchwaten um Gesundheit zu finden. Ich will gar nicht wissen, wie viel negative gesundheitliche Impulse von diesem Hotel ausgegangen sind. Tolles Kurhotel.

Ich habe meine Bilder mal in einer FacebookGruppe von Hoteliers und Gastronomen ausgestellt und gefragt, was ich damit nun machen soll. Es gab nicht einen Menschen, der Verständnis für das Hotel aufgebracht hat. Keinen einzigen. Alle nannten es umgangssprachlich eine Schande, einen Betrug und meinten, ich hätte einfach sofort gehen sollen. Klar, hätte ich machen können, aber ich bin bei Google mit über 5 Millionen Ansichten und tausenden Beiträgen jemand, der zu den 10% der Meistbewertern gehört. Irgendwie finde ich auch, dass damit eine Verpflichtung einhergeht und ich auf diese Zustände hinweisen muss.

Dieser Zustand muss aufgezeigt und Leute gewarnt werden.

Ich schließe diese Bewertung nun auch. Ich werde diesen Text samt gemachter Fotos einmal an die Fremdenverkehrsbehörde des Ortes senden, einmal ans Gesundheitsamt und auf allen normalen Bewertungsportalen. Also Google, Booking und so weiter. Und da das Hotel zu einer Kette gehört, erhält auch die „Hauptstation“ diesen Text.

Morgen werde ich Auschecken und die HotelReaktion auf meinen Text, meine Fotos und so weiter erhalten. Diese wird wohl noch einiges abrunden. Da bin ich mir sicher. Diese werde ich gerne diesem Text nachreichen.

PS: Gestern Abend dem Kellner noch die Sache mit dem Ketchup mitgeteilt. Heute beim Abreisetag: Mehrere Packungen liegen wieder da. Auch alles abgelaufen.

Nun habe ich ausgecheckt. Das war gar nicht so leicht, wie gedacht. Die Rezeptionistin frage, ob ich denn nun auschecken müsse und ich antwortete: „Ich will eher“. Sie fragte hiernach erstaunt „War denn alles gut?“ und ich trug ihr 20% meiner Punkte vor. Sie wollte dann die Direktorin rufen, aber ich wies darauf hin, dass ich keine Zeit habe und es auch nichts zu klären gebe. Booking hatte ihnen meinen Text längst geschickt und für mich gibt es da kein „Kann ja mal passieren oder Ähnliches“. Ich wollte einfach meine sonstigen Hotelrechnungen zahlen, aber durfte es nicht. Somit hielt man mich in der Lobby, weil ich ja nicht einfach ohne bezahlen (Also das Essen, was man da verköstigt hat und Bier etc.) weggehen konnte. Dann kam die Direktorin. Eine grauhaarige ältere Dame, die mir nicht entgegenkam, sondern sofort antiserviceoriientiert meine Punkte versuchte abzuschwächen. Sie ist 24 Stunden im Haus. Ich hätte einfach sie ansprechen müssen. (Wat weiß ich, wer da Direktorin ist? Warum sollte ich nicht voraussetzen, dass jede Beschwerde, egal, an wen man diese weitergibt nicht dort ankommt, wo diese hingehört.) Sie meinte, man hätte mir ja entgegenkommen können, wenn ich es nicht schon öffentlich gemacht hätte. Aha, Maulkorb gegen Geld. Verstehe. Gott sei Dank, benötige ich das Geld nicht, aber denke für die Menschen mit, die nicht so viel Geld verdienen und für so ein Haus so viel Geld „versehentlich“ ausgeben.
Die Direktorin hat mich dann auch nicht bezahlen lassen, hat mich vollkommen von oben herab behandelt, ich musste los und sie meinte, ich solle es auch zu meinen Eintrag hinzufügen, dass ich die Getränke und Essen (Circa 100-200 Euro) nicht bezahlen brauchte. Danke, danke, danke. Diese Almosen wollte ich nicht. Ich wollte einfach bezahlen und keinem solchen Hause etwas schuldig sein. Meine Bewertungen, werde ich nach diesem Direktorinnen-Gespräch noch weiter streuen.
Und somit endet diese Erfahrung. (Wobei ich mir denke, dass mir trotzdem noch eine Rechnung geschickt wird und hoffe drauf).

Schlussendlich denke ich mir zu all dem Folgendes:

„Wenn es schon so aussieht, dort wo der Gast es sieht, wie muss es erst dort aussehen, wo der Gast nicht hinkommt?“

Eine Podcastfolge habe ich hierzu auch gefertigt: Siehe Moschdehner auf Spotify

Noch ein Zusatz: Soeben hat mich eine sehr nette, authentische Nachricht der Geschäftsführerin von Ringhotels erreicht. Der ganzen Sache wird nachgegangen und ich glaube auch nicht, dass alle Ringhotels nun in irgendeiner Weise genau so qualitativ dastehen. Das hat nur etwas mit dem Fährhaus zu tun und ich hoffe, dass niemand mehr so viel Geld für so viel Minus dort ausgeben muss.

Antwort von der Dehoga:

Sehr geehrter Herr Zobel,

wir bestätigen den Eingang Ihrer E-Mail vom 09. Mai 2022 und danken Ihnen für Ihre ausführliche Schilderung. Sie helfen uns mit Ihrer Beschwerde das System der Sternevergabe fortwährend zu überprüfen und zu verbessern.

Wir bedauern es sehr, dass Sie Ihren Aufenthalt im Ringhotel Fährhaus in Bad Bevensen nicht genießen konnten.

Die Verbesserung der Qualitätsstandards durch die stetige Rückkopplung mit Gästen ist uns ein wichtiges Anliegen. Wir werden Ihr Schreiben mit der Bitte um Überprüfung und Stellungnahme an die für die Klassifizierung in Niedersachsen zuständige Klassifizierungsgesellschaft weiterleiten.

Die Mitarbeiter der Klassifizierungsgesellschaft werden den die Klassifizierung betreffenden Hinweisen nachgehen und sich mit dem Hotel in Verbindung setzen.

Als bundesweit für die Klassifizierung verantwortliche Stelle werden wir von den Prüfergebnissen ebenfalls zeitnah in Kenntnis gesetzt werden.

Für eventuelle Rückfragen stehen wir Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Sternenklare Grüße.

Auf die erste Nachricht der RinghotelManagerin kam dann eine Zweite und die war beschwichtigend und eher verharmlosend. Siehe den zweiten Teil in meinen Beiträgen.

2 Kommentare

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