
Reaktion auf den Bericht der Ostsee-Zeitung
Im Bericht der Ostsee-Zeitung wird Petra Federau mit den Worten zitiert, sie kenne meine Motivation nicht und wolle sich auf dieses Niveau nicht herablassen.
Dazu möchte ich etwas klarstellen.
Meine Motivation war Frau Federau sehr wohl bekannt. Ich habe ihr meine Haltung nicht erst nach der Wahl öffentlich mitgeteilt, sondern bereits zuvor intern, und zwar am 04.02.2026 in der offiziellen WhatsApp-Gruppe der AfD Schwerin. Dort habe ich weder gepöbelt noch beleidigt noch eine Schlammschlacht eröffnet. Ich habe meine Kritik sachlich begründet und meine Fragen offen formuliert.
Wenn heute so getan wird, als sei mein offener Brief aus heiterem Himmel gekommen oder als sei unklar, worum es mir überhaupt gehe, dann entspricht das nicht den Tatsachen. Der folgende interne Brief zeigt ziemlich eindeutig, was meine Intention war:
Mein Schreiben vom 04.02.2026 in der offiziellen WhatsApp-Gruppe der AfD Schwerin:
„Liebe Petra
ich weiß noch, wie ich dir 2016 auf Facebook geschrieben habe und gesagt habe, du sollst dich nicht aufreiben lassen. Damals habe ich das Ganze blindlings klein gemacht. Ich dachte einfach ach so Escort, kein Ding. Ich habe das sogar mit meiner eigenen Pornotätigkeit verglichen und dir alles Gute gewünscht.
Heute sehe ich das anders. Nicht weil ich plötzlich moralisch tue, sondern weil ich verstanden habe, was passiert, wenn man in die erste Reihe will und gleichzeitig das eigene Vorleben nicht anfassen lassen will. Wer sich als Oberbürgermeisterin hinstellt und dann bei dem Thema immer dicht macht, wirkt nicht stark, sondern unsicher. Und wer kein sicheres Fundament hat, der steht auch nicht sicher im Wind. Gerade nicht für die gemeinsame Sache.
Dein Statement zum abgebrochenen Interview dreht sich fast nur darum, dass der Journalist unfair gewesen sei, dass er diffamieren wollte, dass es um Familie und Privatleben ging. Mag alles sein. Aber das Kernproblem bleibt doch stehen und das sehen nicht nur Gegner so, das sehen auch Leute aus den eigenen Reihen. Da ist ein Thema aus 2016, das seit Jahren an dir klebt und du gehst nicht einmal sauber ran. Du wehrst ab, du gehst raus, du machst zu. Und genau dadurch wird es immer wiederkommen.
Darum frage ich dich ganz direkt und zwar nicht um dir zu schaden, sondern weil ich will, dass wir in Schwerin nicht mit angezogener Handbremse unterwegs sind.
Was war damals wirklich Sache? Was stimmt und was stimmt nicht? Nicht so nach dem Motto Schmutzwäsche, sondern einmal klar?
Welche Rolle hattest du konkret? Was war dein Anteil? Was war deine Verantwortung? Wo waren deine Grenzen?
Und falls es Kontakte oder Tätigkeiten gab, die heute problematisch wirken, was hast du daraus gelernt? Und warum sagst du es nicht einfach geordnet?
Du musst doch selbst wissen, dass jeder Gegner das ohnehin auspackt? Und dann steht da nicht die Frage ob das fair ist, sondern ob du standfest bist? Für mich sieht es so aus, als würdest du jedes Mal umfallen, sobald das Thema kommt? Und das ist schlecht für dich und schlecht für uns, weil es immer wieder dieselbe Baustelle wird?
Was wäre besser für die Schweriner AfD? Eine Kandidatin, die einmal sagt, so war es, das stimmt, das stimmt nicht, und damit ist es einsortiert? Oder eine Kandidatin, die immer wieder ausweicht und damit den Eindruck füttert, da könnte noch mehr sein?
Ich will keine Schlammschlacht. Ich will nur, dass du begreifst, wie das nach außen wirkt? Wer so stark wegdrückt, macht es größer? Und wer Oberbürgermeisterin werden will, muss so ein Thema nicht nur aushalten, sondern souverän aufräumen?
Robert“
Jeder kann diesen Text selbst lesen und sich ein eigenes Bild machen.
Ich finde, daraus geht sehr klar hervor, dass es mir nicht um persönliche Herabsetzung ging, sondern um politische Glaubwürdigkeit, Aufrichtigkeit und die Frage, wie man mit einem seit Jahren bekannten Problem umgeht, wenn man für ein hohes kommunales Amt kandidiert.
Wenn Frau Federau heute erklärt, sie kenne meine Motivation nicht, dann steht diese Aussage jedenfalls in einem deutlichen Widerspruch zu dem, was ich ihr bereits Wochen vor der Wahl intern geschrieben habe.Wenn die Antwort auf begründete Kritik im Ausschluss aus der offiziellen WhatsApp-Gruppe besteht und die inhaltliche Erwiderung sich im Wesentlichen auf „Das sind doch nur alte Kamellen“ beschränkt, dann zeigt das recht deutlich, wie wenig Bereitschaft zur echten Auseinandersetzung vorhanden ist.
Wenn die Antwort auf begründete Kritik im Ausschluss aus der offiziellen WhatsApp-Gruppe besteht und die inhaltliche Erwiderung sich im Wesentlichen auf „Das sind doch nur alte Kamellen“ beschränkt, dann zeigt das recht deutlich, wie wenig Bereitschaft zur echten Auseinandersetzung vorhanden ist.
